Fair Play Teams 2020 / Fair Bleiben im Flughafenkiez 2021



Das Projekt der kieznahen Kriminalitäts- und Gewaltprävention, gefördert
von der „Landeskommission Berlin gegen Gewalt“ hatte in 2020 seinen
Schwerpunkt in der aufsuchenden Jugendarbeit. In 2021 entwickelte sich
daraus eine intensivpädagogische Gruppenarbeit. Themen, die wir mit den
Jugendlichen bearbeiten waren und sind: Aufklärung zur Pandemie, Gewalt
in der Familie, Berufsausbildung, Antisemitismus, Trans- und Homophobie,
Drogenhandel, Gewalt auf der Straße und – nicht zuletzt – ihre Wünsche
und welche Hilfen brauchen sie.

 

Sommer 2021


Endlich ist es warm draußen und die Corona-Zahlen sinken! Das bedeutet endlich wieder mehr Zeit mit den Mädchen verbringen. Corona bedingt waren wir viel online vernetzt. Das ist zwar auch schön, aber natürlich einfach nicht das gleiche. ☀️Worauf wir uns den ganzen harten Winter und Frühling gefreut haben: Schöne Ausflüge ☀️ Nette Gespräche ☀️ Lustige Spiele ☀️ Voneinander lernen ☀️ Zusammen lachen ☀️
 


Hier waren wir im letzten Jahr in der Rummelsburger Bucht Tretboot fahren.

Internationalen Tag gegen Trans und Homophobie

Am 17. Mai war wieder der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*phobie (IDAHOBIT) und wir waren in Neukölln mit unseren Jugendlichen dabei. Wir stehen gemeinsam gegen die Stigmatisierung und Ungleichbehandlung der LGBTQIA+ Gemeinschaft ein und engagieren uns für ein tolerantes Miteinander. 

Stiftung Markstein

Projekt „Niederschwellige Hausaufgaben- und Nachhilfe“

Einleitung

Seit der Corona-Pandemie hat sich an vielen Schulen in Nord-Neukölln die Lernsituation verschlechtert. Davon waren alle Besucherinnen und Besucher des MaDonna-Mädchentreffs betroffen. Während des ersten Lock-Downs waren die Kinder und Jugendlichen zuhause isoliert, ihre Eltern nicht in der Lage, ihr Lernen zu unterstützen. Im Gegenteil, viele Mädchen wurden verstärkt auf die traditionelle Rolle der Verantwortung für Familie und Haushalt festgelegt. Die Schulschließungen ließen die Mädchen und Jungen isoliert zurück, es gab wenig Austausch und Kontakt zu Mitschüler*innen und Lehrer*innen.

Doch nicht nur der Präsenzunterricht musste oft über mehrere Wochen ausfallen, auch Nachhilfe konnte nicht im üblichen Umfang stattfinden, da die meisten ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des Mädchentreffs ihre Arbeit eingestellt hatten.

Das Projekt

Umso mehr haben wir uns gefreut, dass die Stiftung Markstein unser Projekt zur Förderung des Lernens der Besucherinnen und Besucher des Mädchentreffs unterstützt. Das Projekt wurde sehr gut angenommen. Es fand und findet zu 80 % online und 20 % offline statt und bot den Schülerinnen und Schülern

  • Hausaufgabenhilfe
  • Prüfungsvorbereitung
  • Nachhilfe.

Ein 18-Jähriger Jugendlicher, Yaman Omari, – bester Abiturient in Neukölln 2018 –  hat die Leitung und die Koordinierung dieses Projektes übernommen. Zu Beginn hat er alle Kinder und Jugendlichen die im Mädchentreff bekannt sind, über WhatsApp und andere Social Media angesprochen. Sie konnten sich bei ihm melden, ihre Wünsche und Bedarfe mitteilen, aus denen er spezifische Lernangebote für einzelne und kleine Gruppen entwickelt hat.  An dem Projekt haben seitdem 14 Kinder und Jugendliche (10 Mädchen, 4 Jungen) verbindlich teilgenommen.

Sechs weitere Peer-Jugendliche (4 Mädchen, zwei Jungen) bieten – angeleitet von Yaman Omari – fünf Mal pro Woche online Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe an. Mit Videokonferenzen wie Zoom, Face-Time, WhatsApp, BlueButton können sich die Lehrenden und Lernenden virtuell begegnen und im engen Austausch bleiben und weitere gewünschte Angebote erfragen. Die fächerübergreifende multidisziplinäre Nachhilfe für die Vorbereitungen von Prüfungen und Referaten sowie das Lernen voneinander in altersgemischten Gruppen und für verschiedene Fächer hat alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspiriert. Zugleich wird die digitale Kompetenz der Kinder und Jugendlichen sehr gestärkt.

Außerdem konnte die traditionelle „Lesenachhilfe“ des MaDonna-Mädchentreffs für alle Kinder von 6 bis 10 Jahre weiterhin stattfinden.

Logo Stiftung Markstein
Stiftung Markstein Unterstützer des Hausaufgaben Projektes im MaDonna Mädchentreff in Berlin-Neukölln

Gegen Homo- und Trans*phobie

 

Aktion gegen Homo-& Trans* Phobie
Aktion gegen Homo-& Trans* Phobie

Am 17. Mai fand wie jedes Jahr der Tag gegen Homo- und Trans*phobie statt mit einer Aktion von MANEO (Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin) am Boddinplatz. Wir wollen nicht hinnehmen, dass Neukölln und das Rollbergviertel für manche Personengruppen – in diesem Fall Schwule, Lesben und Transmenschen – aufgrund der Gefahr von gewalttätigen Übergriffen und Anfeindungen als No-Go-Gebiet gilt!

Da die Pandemie nur begrenztes Agieren zuließ, werden die Veranstaltungen im größeren Rahmen Ende September in Neukölln fortgesetzt.

gegen-Homo-u-Transphobie-tag

Schwimmkurs ging weiter

Der Schwimmkurs geht weiter, nicht nur für Anfängerinnen. So oft wie
möglich buchten wir die online-Tickets für 15-30 Mädchen bzw. einige
Jungen. Und wir genossen den vielen Platz im Columbiabad. Schade, dass
so viele Jugendliche keine Chance hatten schwimmen zu gehen, da niemand
für sie die online-tickets buchen konnte. Corona verstärkt die soziale
Spaltung.

Wir lernten schwimmen trotz Corona
Wir lernten schwimmen, trotz Corona!

Wir sagen Danke! Unterstützt durch:

logoleiste_aktions_projektfonds_rollberg2020

 

2020 Kinder- und Jugendarbeit in Zeiten der Pandemie mit Maske und Abstand

 

Mit Abstand und Maske
Mit Abstand und Maske

Zeitweilig waren die Einrichtungen geschlossen, was die offene Kinder- und Jugendarbeit angeht, entsprechend den Anweisungen des Jugendamtes. MaDonna hatte zugleich täglich sichtbar im Kiez geöffnet, um einzelnen Kindern und Jugendlichen eine Ansprechpartnerin zu bieten, insbesondere für die Erstellung der Hausaufgaben bzw. für Beratung für Kinder und Jugendliche in Notlagen, natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Daneben mussten neue Wege der Kinder- und Jugendarbeit und der Team- und Gremienarbeit gefunden werden. Wir nutzten vor allem Zoom, WhatsApp und Facebook, teils Instagram und Jitsi, TikTok.

Was hat uns in der Zeit beschäftigt?

–       Einzel- und Gruppenberatung online (häusliche Konflikte, Langeweile, Depressionen u.a., Mädchen werden vermehrt in die Haus- und Familienarbeit hineingezogen, Reduzierung ihrer Freiheiten, verstärkt durch Ramadan.

Trotz Corona Spaß auf dem Tempelhofer Feld
Trotz Corona Spaß auf dem Tempelhofer Feld

– Wie können wir sie beim Homeschooling unterstützen, denn viele Kinder und Jugendliche in unserem Kiez haben kein ausreichendes Hard- und Software-Equipment zuhause; selten gibt es einen ruhigen Ort zum Lernen; und sie erhalten seitens der Lehrer*innen zu wenig Anleitung zum digitalen Lernen, zu wenig Erklärungen zum Lernstoff. Anregungen und Unterstützung durch Eltern ist selten möglich, es herrscht große Langeweile. Wir organisierten regelmäßige Nachhilfeangebote, Einzeln oder in kleinen Gruppen online und ermöglichten Mädchen extra-Aufgaben für die Schule zu erledigen, um ihre Noten zu verbessern.

– Täglich gab es online wechselnden Freizeitangebote für die verschiedenen Altersgruppen: Kreatives Gestalten, Filme gucken und besprechen, Chillen und Chatten, Kochgruppe online.

– Politische, soziale und gesundheitliche Bildung war zentral: Aufklärung über die Pandemie, ihre Ursachen, Verbreitung und Gefahren: Das Wissen bei vielen Jugendlichen und ihren Familien ist minimal, die Pandemie wird von vielen als Strafe Gottes angesehen; Verschwörungstheorien sind verbreitet und von Rassismus und Antisemitismus aller Art geprägt.

Ab März 2020 – Aufsuchende Jugendarbeit in Zeiten der Pandemie

Die aufsuchende Jugendarbeit im Rollbergviertel und im Flughafenkiez fand durchgehend draussen vor Ort, unter Einhaltung der Pandemie-Regeln seitens der Mitarbeiter*innen statt. Online kann diese Arbeit nicht geleistet werden, da ein großer Teil der Jugendliche zunächst keine Kontaktdaten geben will. Es besteht ein hoher Bedarf an Aufklärung bei ihnen, Verschwörungstheorien sind verbreitet. Und die Jungs halten sich selten an Regeln. Sich selbst überlassen, genervt und gestresst durch ein schwieriges familiäres Leben oder Konflikte auf der Straße wachsen die Aggressionen und die Gefahr des Abrutschens in kriminelle Aktivitäten, teils aus Langeweile, teils aus geringer sozialer Kontrolle bzw. Konflikten mit einer relativ repressiv auftretenden Polizei. Sowohl Gewalt- als auch reassistische Vorfälle brachten weitere Unruhe in den Kiez.

Viele Jugendliche sagen, ihnen fehle die Schule, damit meinen sie weniger den Unterricht, sondern Schule Ort für Jugendliche, Ortder Freiheit, um Freunde zu treffen und so Neues zu erleben.

Die wachsende Gentrifizierung im Kiez nimmt ihnen die gewohnten Plätze und befördert Konflikte auf den Straßen, in den Hauseingängen, mit Besucher*innen von all den Cafès und Restaurants, die überall aus dem Boden schießen.

Sommeruni 2020

Die Sommeruni ist unser jährliches Bildungs-, Spiel- und Sport-Event für
all die vielen Kinder und Jugendlichen aus dem Rollbergviertel, die in
den Sommerferien nicht verreisen können. Die Pandemie verhinderte unsere
traditionelle Großveranstaltung für 250-350 Kinder und Jugendliche. 
Stattdessen machten wir und die anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen
im Kiez in kleinen Gruppen viele Ausflüge. Die Kinder und Jugendlichen
kamen raus aus dem Kiez und machten neue Erfahrungen in und um Berlin.


Wir danken Stadt und Land Wohnbauten Gmbh und dem Quartiersmanagement
Rollberg für die Unterstützung.